Ingo Waclawczyk

Mit Empathie und Mitgefühl zu besserer User Experience?

Ein neuer Ansatz für die Verbesserung von Nutzungserlebnissen
Neuere Forschungsergebnisse aus Neurologie und Psychologie zeigen, dass Empathie und Mitgefühl sehr unterschiedliche Empfindungen sind und gleichzeitig großen Einfluss auf die Kommunikation zwischen Menschen haben. Könnten sie auch Einfluss auf die Kommunikation zwischen Menschen und (digitalen) Maschinen haben? Wir haben es mit einem außergewöhnlichen Experiment ausprobiert und interessante Erkenntnisse erhalten, die wir gerne der UX Community vorstellen möchten.
Neuere Forschungsergebnisse aus Neurologie und Psychologie legen den Schluss nahe, dass Empathie und Mitgefühl klar unterscheidbar sind und von unterschiedlichen biologischen Systemen und Hirnstrukturen unterstützt werden. Einige wesentliche Erkenntnisse sind:

  • Empathie findet in Gehirnregionen statt, in denen auch Schmerz empfunden wird

  • Mitgefühl findet in Gehirnregionen statt, in denen auch Zugehörigkeit und Liebe empfunden werden

  • Empathie wird oft als Mitgefühl missverstanden und kann zum Burnout führen

  • Mitgefühl kann die Zuwendung zu anderen erhöhen und ist trainierbar

  • Auch wenn die Forschung zu diesem Thema gerade erst anfängt und längst noch nicht abgeschlossen ist, kommen die Forscher zu dieser Aussage:
    „Wenn sich diese Ergebnisse auch für größere Stichproben bestätigen, sind sie von extrem großer Bedeutung. Denn dann würde mitfühlendes Verhalten – durch den stärkeren Wunsch oder die größere Motivation zu helfen – (…) zu einer freundlicheren Gesellschaft führen …“

    Empathie und Mitgefühl haben also offenbar Einfluss auf die Interaktion zwischen Menschen.
    Haben Empathie und Mitgefühl auch Einfluss auf die Interaktion zwischen Menschen und Maschinen?
    Und welche Bedeutung haben diese neuen Erkenntnisse für UX-Experten, die nutzerzentrierte Anwendungen wie z.B. einen digitalen Self-Service gestalten?

    Den Antworten auf diese Fragen haben wir uns mit einem interaktiven Experiment im Rahmen des 20. UX Meetup Metropole Ruhr der German UPA im Januar 2020 angenähert.Den Ablauf, die Ergebnisse und unsere Einschätzung zu dem Thema würden wir gerne der UX Community vorstellen, da sie unserer Meinung nach für die Zukunft von UX absolut relevant sind.

    Weitere Vorträge auf der UX-DAY Konferenz 2021

    Dr. Marcus Trapp
    “Das neue System muss aber das Gleiche können wie das alte!” “NEIN!”
    Viputheshwar Sitaraman
    Overcoming your own bias(es)
    Tim Kahle
    All About Voice: UX-Konzeption für das unsichtbare Interface
    Aminata Sidibe
    Digitale Produktentwicklung und was das mit Entwicklern und Architekten zu tun hat
    Claire Thornewill
    UX is a Process
    Fania Bremmer
    Die besten Tipps für dein erfolgreiches Remote Meeting

    Speaker-Infos

    Ingo Waclawczyk

    KPS digital GmbH

    Ich arbeite als Senior UX Manager an der Schnittstelle zwischen Interfaces, Unternehmen und Strategien und habe dabei einen besonderen Fokus auf den Menschen in seiner Rolle als soziales Wesen. Mich beschäftigen die Fragen, wie Kommunikation im digitalen Zeitalter funktioniert und wie digitale Technologie menschenfreundlicher gestaltet werden kann. Dabei versuche ich immer wieder, den Menschen als Individuum und als Teil des Ganzen zu verstehen. Hierfür suche ich auch Inspiration in Human- und Sozialwissenschaften wie Soziologie, Psychologie oder Wirtschaftswissenschaften und bin so auf dieses Thema gestoßen.