Wenn Sie sich mit dem Thema „nutzerzentrierte Innovationsansätze“ auseinandergesetzt haben, sind Sie in diesem Zusammenhang vielleicht auch den Begriffen Design Thinking, Design Research, Ethnographie, Ethnographic Research oder Business Anthropology begegnet. Eventuell haben Sie diese Ansätze und Methodologien vereinzelt in Workshops erlebt, oder eines der zahlreiche Bücher und Slidedecks dazu gelesen.
Die Tools und Vorgehensweisen sind bekannt, und dennoch stehen viele Unternehmen vor der Frage: Wie können wir diese Methodologien für die Entwicklung neuer Produkte, Services und Strategien in unserem eigenen, spezifischen Kontext nutzen? Kann Ethnographie uns helfen, unsere Märkte zu verstehen, Team Kollaboration zu entwickeln, neue Angebote zu kreieren? Und wenn ja, wie sieht das konkret aus? Wie können wir mit einem Projekt starten und was müssen wir beachten?
Anleitungen sind oft simplifiziert in hübsche Prozessgrafiken, die suggerieren, Herausforderungen problemlos umschiffen zu können, folge man nur dem vorgegebenen Prozess. Die Realität ist jedoch ungleich komplexer – es gilt, eine Vielzahl von Fragen zu beantworten, eine große Zahl unterschiedlicher Faktoren zu berücksichtigen und einen Weg zu finden, den nutzerzentrierten Innovationsansatz sinnvoll und kontext-spezifisch zu adaptieren.
In ihrem Vortrag teilt Kira Krämer die wichtigsten Erkenntnisse aus ihrer Arbeit mit Teams aus unterschiedlichen Industrien, die sie bei ihren ersten Innovationsprojekten begleitet hat. Mit dabei waren Großkonzerne genauso wie Start-Ups, corporate labs wie embedded teams, und unterschiedliche Zielstellungen von Verbesserung des bestehenden Produktes bis zur Entwicklung neuer, innovativer Angebote.
Anhand von konkreten Praxisbeispielen lernen Sie, worauf es bei der Praxisarbeit mit Design Thinking und Ethnographic Research ankommt, welche Faktoren zum Erfolg beitragen und wie Stolpersteine vermieden werden können. Zu den besprochenen Faktoren zählen u.a. Projekt Set-Up; Team Konstellation und Rekrutierung; Stakeholder Back-Up und Involvement; Inhaltliches Framing des Projektes; Zeitplanung; Umgang mit Unsicherheit; Arbeitsmodi; Kommunikation und die Interaktion mit Kunden.
Darüber hinaus berichtet Kira von den Effekten, die das Arbeiten mit Ethnographie auf die Kommunikation und das „Mindset“ im Team hat, welche Bedeutung ein Facilitator bzw. Trainer hat und warum es eine Zeitinvestition ist, die sich auszahlt.